So schön ist es im Bergischen Land

Was ist ein bergisches Frauminsch?


Wer oder was ist  ein bergisches "Frauminsch"? Beißt es oder ist es vielleicht sogar gefährlich? Handelt es sich gar um eine Hexe oder ein Ungeheuer? Ein "Frauminsch" ist in dieser Gegend die Bezeichnung für ein verheiratetes weibliches Wesen, eine Frau. Natürlich haben einige von Ihnen Haare auf den Zähnen und manche sind echte Kneifzangen. Aber keine Angst, ich beiße nicht!

Ein junges Mädchen nennt man übrigens Weijt oder Wicht. Der Mann heißt Keäl und  einen Jungen nennt man Jong. Und wenn ein Keäl und ein Frauminsch eine Familleg, das ist der Ausdruck für Familie, gründen, sind sie "bestatt". Das ist nicht etwa ein Ausdruck für "beerdigt", sondern es bedeutet, daß sie verheiratet sind. Nach der Hochzeit kündigt sich häufig nach einiger Zeit ein Baby an. Und das nennt man dann Bönsel, Blag  oder Kengk.

Ich bin also so ein bergisches "Frauminsch", von dem oben die Rede ist, und wohne in der Stadt Remscheid. Natürlich bin ich vom besten bergischen Jahrgang (1960) und wurde bei meiner Geburt mit dem Namen Martina Capelan versehen. Geboren und aufgewachsen bin ich in Wermelskirchen, im damals noch ländlichen Ortsteil Hilfringhausen, umgeben von vielen Verwandten und lieben Nachbarn. Bei ihnen habe ich eine Menge Geschichten und Sagen gehört und viele bergische Sitten und Gebräuche kennen gelernt . Und natürlich auch die Bergische Küche.  

In Wermelskirchen besuchte ich von 1966 bis 1975 die Dörpfeldschule, danach bis 1977 die Fachschule für Wirtschaft im Berufskolleg Bergisch Land.

Meine Berufsausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau machte ich bei der Exportfirma Wolfgang Wirtz in Remscheid, die vorwiegend mit Remscheider Werkzeugen handelte. Zu dieser Zeit  begann ich mich für die Industrie in Remscheid, ihre Geschichte und die vielfältigen Erzeugnisse zu interessieren.

Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt zu meinem Interesse für alles, was im Bergischen Land passiert, und vor allem für die Menschen, die hier leben.  Mittlerweile habe ich bei verschiedenen Remscheider Firmen gearbeitet und so interessante Einblicke in die hiesige Industrie erhalten.

Das Leben macht Spaß hier im Bergischen Land, auch wenn ich gerne im Urlaub fremde Menschen und Länder kennen lerne. Ich lebe in der Stadt Remscheid gemeinsam mit meinem Mann Axel und dem Kater Tiger und wohne in einem Stadtteil, der noch viel von der bergischen Lebensart behalten hat. Unser Haus hat einen kleinen Garten und bis zum nächsten Naturschutzgebiet sind es nur wenige hundert Meter.

Am liebsten bin ich draußen in der Natur, beim Joggen oder Walken oder bei der Gartenarbeit. Leider geht das nicht jeden Tag, weil es im Bergischen Land oft recht nass von oben wird. Und zwischendurch muss ich ja auch noch meine Brötchen verdienen, deshalb gehe ich noch einem anderen wichtigen "Hobby" nach :-)).


Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen am Wochenende ist das Kochen für  Freunde und die Familie. Damit mir die Ideen nicht so schnell ausgehen, habe ich viele leckere Rezepte gesammelt. Darunter sind auch viele Gerichte, die ich als Kind schon gern gegessen habe und die mir meine Mutter, meine Großmutter, meine Tanten und viele nette Nachbarinnen verraten haben. Ich habe sie alle in einer dicken Kladde aufgeschrieben. Ein paar dieser bergischen Leibspeisen sind auf meiner Rezeptseite zu finden, damit Du sie nachkochen kannst.


Ich habe auch noch andere Interessen: Malen, Zeichnen,  Basteln und das Entwerfen und Nähen von Karnevalskostümen und Kleidern für den Orientalischen Tanz. .

Abends lese ich gerne ein Stündchen, besonders klassische Literatur, englische Kriminalromane, Biographien und Fachbücher über Naturwissenschaften und Archäologie.

Außerdem - nein, es ist mir nicht peinlich! - liebe ich die Kolportageromane und Indianerbücher von Karl May. Die habe ich schon als Zehnjährige mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen.

Und natürlich beschäftige ich mich gerne mit meinem "Blechheini" - das ist der Computer.